Lieblingsplatz.

Lieblingsplatz.

Ein Himmel aus Honig über der Stadt. Waldhonig tropft von den Baumkronen auf die Wiese. Aus Gold gesponnene Wolken schweben über Stadt und Wald. Die goldene Honigsonne sinkt langsam und verschwindet hinter den Bergen. Die Gräser haben immer noch ein leichtes Gegenlicht. Aber schwächer. Ruhiger, dunkler. Ein letztes Funkeln der Sonne. Gleich ist sie weg. Jetzt ist der Himmel nur noch gold und blau und lila-grau. Strukturen und Farbverläufe. Wie ein Gemälde – in echt. Der Hund von vorhin trappelt dort vorn. Er heult. Er bellt und heult. Wie ein Wolf. Heult er der Nacht entgegen? Sein Echo schallt hinter mir aus dem Wald hervor. Die Wolken in zart rosé-goldenen Flöckchen, gold schimmernden Kissenstickereien. Der Hund bellt immer noch. Vier Mücken tanzen über mir. Sie tanzen buchstäblich. In der Gruppe bewegen sie sich hin und her, hoch und runter, ineinander. Das Dach der Stadt wird dunkler, röter, blauer. Die Kirchenglocken schlagen und einige Krankenwagensirenen bewegen sich durch die Stadt. Das klingt nach einem schweren Notfall. Vorbei. Der Hund ist immer noch außer sich. Die vier Mücken tanzen immer noch über mir. Eins, zwei, drei, vier, fünf Menschen sind noch hier. Und ich. Ein Lieblingsplatz irgendwo zwischen Heimat und Ferne.